Tod im Wasser. Ein Fall für die Privatdetektivin Sirka Ehrenpreis: Ein Aachen-Krimi

  • Preis: EUR 9,95
  • Autor: Andrea Tillmanns
  • Einband: Broschiert
  • Seitenzahl: 192
  • Verlag: Wartberg
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Wunderbar geschrieben!

Sirka Ehrenpreis, eine junge Frau aus Aachen, arbeitet als Privatdetektivin. Das bedeutet in ihrem Fall zwar leider, dass sie Spezialistin für verschwundene Haustiere ist, deren Besitzer zudem erwarten, dass sie ihren Job für ein dankbares Lächeln erledigt. Aber davon lässt sie sich nicht entmutigen - ihre Scheidung hat sie schließlich auch geschafft!
Auch die regelmäßigen Streitigkeiten mit diesem "Schweinehund" von Ex-Mann, der keine große Lust hat, ihren Unterhalt zu zahlen, können ihr nichts anhaben. Oder die unentwegten Einladungen ehemaliger Klienten zu Geburtstagen der wiedergefundenen Vierbeiner oder gefiederten Freunde.
Als aber in einer eisigen Januarnacht ihre Nachbarin klingelt, damit Sirka ihrer Pflicht als Detektivin nachkommen kann - da ahnt die junge Frau noch nicht, was sie noch alles erwarten wird. Die schrullige alte Dame von nebenan vermisst nämlich weder Katze noch Hund, sondern hat eine Leiche im Aachener Geldbrunnen entdeckt. Wenig begeistert quält sich Sirka hinaus und die Kälte, und tatsächlich: Ein toter Mann liegt dort im Wasser.
Die Polizei glaubt an einen tragischen Unfall und verfolgt die Sache zuerst nicht allzu eifrig. Sirka würde ihre Beteiligung auch lieber vergessen, denn es war ziemlich peinlich für sie ...
Frau Maurer von nebenan weiß allerdings genau: Es war Mord, dafür sind Detektive zuständig, und Sirka muss jetzt ran, so!
Immer noch nicht wirklich begeistert lehnt Sirka alle Sherrys ab, die Frau Maurer so gerne ausschenken würde und beginnt zu ermitteln. Dabei kämpft sie gegen zynische Hauptkommissare, Spuren, die im Nichts verlaufen, schlaflose Nächte, tödliche Gefahren ...

Andrea Tillmanns ist bekannt für ruhig erzählte Geschichten mit Tiefgang, in denen starke Charaktere im Vordergrund stehen statt überdramatisierte Spannungsmomente. Wer Krimis nur liebt, wenn das Blut aus den Seiten tropft und Kapitel grundsätzlich damit enden, dass die Gewehrkugel sich 0,01 Sekunden vor dem Einschlag befindet, der sollte von diesem Buch die Finger lassen. Auch minutiöse Abhandlungen über die Arbeit der Spurensuche, Pathologie, Notärzte und Profiler sucht man hier vergebens.

Zu finden ist dafür eine beschwingt geschriebene Geschichte über eine Frau, die gerne als Detektivin arbeiten will und diesen Wunsch gründlich erfüllt bekommt. Sirka Ehrenpreis ist ein solch natürlicher Typ, man möchte im Telefonbuch nach ihrer Nummer suchen. Vielleicht, weil man sein Haustier vermisst. Oder einfach nur, weil sie so sympathisch ist.
Das Buch lässt sich innerhalb eines Abends auslesen. Es wird nie langweilig, der hervorragende Sprachstil der Autorin trägt mühelos durch die Kapitel, und das Buch weglegen, bevor man weiß, wer der Mörder ist, ob Sirka sich gegen Hauptkommissar Klausen, ihrem stoffeligen Ex-Mann und Geburtstagseinladungen zur Feier irgendwelcher Wellensittiche durchsetzen kann - das ist einfach undenkbar! So ganz nebenbei wird man noch auf einen Spaziergang durch Aachen und Umgebung mitgenommen, was für Ortskundige einen zusätzlichen Bonus bedeutet.

Davon hätte ich gerne auch mehr!

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